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Villach - Suresnes
Städtepartner - Schulpartner


Im Jahre 1992 wurde zwischen den Städten Suresnes bei Paris und Villach ein Partnerschafts- Vertrag unterzeichnet, in dem sich die beiden Gemeinden unter anderem dazu verpflichten, als kleinen Beitrag zum Aufbau einer friedlichen Völkerfamilie in Europa die Kontakte zwischen Jugendlichen aus beiden Städten zu fördern.

Im Feber des Vorjahres besuchte der Bürgermeister von Suresnes, Monsieur Christian Dupuy, in Begleitung einer Abordnung seines Gemeinderates sowie einer achtzig-köpfigen Militärmusik unsere Stadt, um die feierliche Unterzeichnung der Urkunden vorzunehmen und nebenbei auch den Villacher Fasching als charakteristisches Fest zu erleben.

Bei dieser Gelegenheit wurden auch bereits wertvolle Kontakte auf schulischer Ebene geknüpft, die schließlich ein Jahr später in der Unterfertigung eines Partnerschaftsvertrages zwischen dem Collège Emile Zola in Suresnes und unserer Schule gipfelten. Gleichzeitig wurde auch der erste Schüleraustausch zwischen den Partnerschulen durchgeführt.

Vom 29. Jänner bis zum 8. Feber 1993 nahmen die fünfzehn Französisch lernenden Schüler der 6.A/C Klassen je einen Gastschüler aus Suresnes bei sich zu Hause auf. Den jungen Franzosen wurde mit finanzieller Unterstützung der Stadt Villach ein umfangreiches Programm geboten: "City Rallye" mit Besichtigung des Fahrzeugmuseums, Ausflüge nach Klagenfurt und Venedig, Skikurs auf der Gerlitze; daneben lernten sie in Form einer einfachen Projektarbeit auch das österreichische Schulsystem und die österreichische Europapolitik kennen.

Die von Prof. Strobl gestalteten Urkunden für die neugegründete Schulpartnerschaft in den von Prof. Hrovath künstlerisch ausgeführten Dokumentenmappen wurden im Rahmen einer stimmungsvollen Feierstunde feierlich unterfertigt. Frau Vizebügermeister Mag. Kohl-Kircher betonte in ihrer Ansprache, daß die Stadt Villach sehr wählerisch sei bei der Auswahl der Partnerstädte: neben Bamberg und Udine ist Suresnes erst die dritte Stadt, mit der Villach auf kommunaler Ebene offiziell zusammenarbeitet, auch ist die Liste jener Städte, die an einer Zusammenarbeit mit Villach interessiert sind, sehr lang, doch wird in diesem Bereich seitens der Stadtverwaltung mehr Wert auf Qualität denn auf Quantität gelegt. Unserer Schulpartnerschaft wünschte sie eine lange und interessante Zukunft; sie sieht darin einen optimalen Weg, die Begegnungen und den Erfahrungsaustausch zwischen Jugendlichen beider Städte zu fördern und zu vertiefen.

Unterzeichnung der Schulpartnerschaft am 30. Jänner 1993.
V.l.n.r.: Madame Belmer, Madame Robert, Prof. Mittersteiner, Dir. Grießer, Vzbgm. Kohl-Kircher.
Die musikalische Gestaltung der Feier besorgten die Schülerinnen Tscherpel und Soyer aus der 6.C Klasse, die Spielmusik (Leitung Prof. Gradischnig) und der Lehrerchor unserer Schule, der drei Kärntnerlieder zum besten gab (Leitung Prof. Hohenwarter).

Anschließend lud Herr Ing. Gernot Bartl vom Amt für Bürger- und Städtekontakte alle Schüler und die Mitwirkenden der Feierstunde namens der Stadtverwaltung zu einem Mittagessen ins Kongresshausrestaurant ein.


Ein weiterer offizieller Höhepunkt war der Europatag im Paracelsussaal, zu dem der Präsident der "Europäischen Föderalistischen Bewegung Österreichs, Landesgruppe Kärnten", Josef Schantl, auch Schüler vom Liceo Classico Ginnasio J. Stellini in Udine zu einer Podiumsdiskussion mit unseren Gästen aus Suresnes und deren Villacher Gastgebern eingeladen hatte. Beide Veranstaltungen fanden ein entsprechendes Echo in fast allen lokalen Medien.

Die fünfzehn Schülerinnen der 6.A/C Klassen statteten ihren französischen Freunden in der Zeit vom 21. März bis zum 1. April 1993 einen Gegenbesuch in Suresnes ab. Die Gruppe wurde von Prof. Mittersteiner und Mademoiselle Christine Rougnon betreut, die Anreise erfolgte mit der Bahn.

Die Programmgestaltung erfolgte größtenteils seitens der Kollegen unserer Partnerschule Collège Emile Zola (Prof. Marie-José Robert). Die Stadt Suresnes stellte uns für die Dauer unseres Aufenthalts einen Bus zur Verfügung und finanzierte ein umfangreiches Kulturprogramm:

Multimediashow über die Geschichte von Paris
Naturwissenschaftlicher Film im Kugelkino Domelmax
Museumspädagogischer Vormittag im Orsay
Bootsfahrt auf der Seine
Schloßbesichtigungen: Versailles, Fontainebleau, Vaux-le-Vicomte

Am 25. März 1993 unterfertigte der Bürgermeister von Suresnes, Monsieur Christian Dupuy, im Rahmen eines offiziellen Empfangs die Partnerschaftsurkunden unserer beiden Schulen. Wie es sich für Kärntner gehört, bedankten sich unsere Schüler bei ihren französischen Gastgebern musikalisch mit zwei dreistimmig gesungenen Kärntnerliedern.

Bei diesem Empfang war auch die österreichische Botschafterin, Frau Dr. Eva Nowotny, anwesend. In ihrer Festrede betonte sie die Bedeutung solcher internationaler Schüleraustausche im Rahmen von Städtepartnerschaften unter dem Aspekt der interkulturellen Begegnung und der Friedenserziehung in einem zusammenwachsenden Europa, das sich vermehrt Krisen und gar Kriegen in seiner östlichen Hälfte ausgesetzt sieht.

Feierliche Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages. Von links: Madame Belmer, Direktorin des Collège Emile Zola, Monsieur Dupuy, Bürgermeister von Suresnes, Frau Dr. Nowotny, Botschafterin der Republik Österreich in Paris; stehend: die Professoren Madame Robert und Ingo Mittersteiner.

Anschließend lud sie die Schüler zu einem Empfang in die österreichische Botschaft in Paris ein, der am 29. März 1993 in äußerst herzlicher und ungezwunger Atmosphäre stattfand. Drei Stunden lang unterhielten sich die jungen Leute mit den Botschaftsangehörigen über aktuelle Themen, wie z. B. Österreichs Stellung und Ansehen in der EG, die österreichische Europapolitik, die Aufgaben der Botschaft etc.

Mit großem Hallo und ein bißchen Wehmut, aber mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben, verabschiedeten wir uns von unseren Freunden in Suresnes im Morgengrauen des 1. April.

Nochmals sei darauf hingewiesen, daß die Idee eines Schüleraustausches mit moralischer und finanzieller Unterstützung der betroffenen Partnerstädte der Zielsetzung des interkulturellen Lernens in optimaler Weise zu entsprechen vermag. Die jungen Leute erleben durch den direkten Kontakt mit der Gastfamilie Sitten und Gebräuche des Gastlandes im familiären und privaten Bereich, lernen in der Praxis ein fremdes Schulsystem kennen und erfahren durch projektorientierten Unterricht verschiedene Aspekte des täglichen Lebens in der Partnerstadt. Bei der Betreuung des Gastschülers zu Hause werden ihnen aber auch die eigenen Lebensumstände deutlicher bewußt.


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