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PERAUGYMNASIUM VILLACH ARCHIV • SCHULHOMEPAGE 1997 - 2014
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- SCHULGESCHICHTE -

  Die soziale Lage der Schüler
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1872 Gründung des Studenten-Unterstützungsvereins mit dem Ziel, den armen talentierten Schülern die Studien an der Anstalt zu erleichtern. Er stellt diesen Schülern kostenlose Schulbücher zur Verfügung und sorgt für freie Mittag- und Abendkost. Weiters erhalten bedürftige Schüler Kleider und Schuhe.
1877: freie Mittagskost für 30 Schüler, Bücher und Hefte für 60, Kleidung für 20 Schüler.
1881: der Verein verfügt über Einnahmen in der Höhe von 655 Kronen
1909: die Einnahmen betragen 4665 Kronen
Die Spender sind vor allem die Villacher Bevölkerung, die Villacher Sparkasse, die Kärntnerische Sparkasse und der Kärntner Landtag. Außerdem werden immer wieder Veranstaltungen zugunsten des Unterstützungsvereins aufgeführt.
Die Mitglieder des Unterstützungsvereins errichten nach einer Sammlung, die 3692 Kronen ergibt, ein Studentenheim. Es wird 1899 im Burggebäude eröffnet und kann 14 bedürftige Schüler aufnehmen. Das Heim bietet neben der Wohnung und Heizung ein freies Frühstück, Bettwäsche, und ärztliche Behandlung gegen ein monatliches Kostgeld von 14 Kronen. Es werden nur deutschsprachige Kärntner aufgenommen. Mit dem ersten Weltkrieg verliert der Verein aufgrund der Geldentwertung all seine ersparten Gelder, sodaß das Heim geschlossen werden muß.
1887 Die "Johann-Widmannsche-Studien-Konviktstiftung in Villach" ersteht 253 Jahre nach dem Tode des Namensgebers. Zwölf Zöglinge werden aufgenommen, bis 1924 sind es insgesamt 100, die hier fast gänzlich versorgt werden. Die Stadtgemeinde verpflichtet sich, dem Konvikt die erforderlichen Räume im Schulgebäude Peraugasse Nr. 10 zu widmen. Der Erste Weltkrieg vernichtet das in Wertpapieren angelegte Vermögen der Stiftung, sodaß die Zinserträgnisse für die Bedeckung des Konviktbetriebs nur mehr bis 1924 reichen.
1930 Das Schulgeld beträgt im ersten Halbjahr 6.573 und im zweiten Halbjahr 7.137 Schilling. 200 Schüler sind verpflichtet, das ganze Schulgeld zu zahlen, ca. 300 erhalten eine Ermäßigung, einer ist gänzlich befreit. Eine materielle Unterstützung gibt es nur mehr vom Studenten-Unterstützungsverein, der in dieser Zeit an bedürftige Schüler nur mehr Kleidung im Wert von durchschnittlich 800 und Lehrmittel um ca. 1.200 Schilling jährlich ausgeben kann. Dabei hätte gerade in der Zwischenkriegszeit so mancher Schüler eine finanzielle Unterstützung bitter nötig.

Nach einem Bericht von Prof. Johannes Buchacher aus 1994 in der Schrift
"125 JAHRE GYMNASIUM PERAU - ZUR GESCHICHTE DER SCHULE"